Worte & Klang

Lyrik & Sprache

Goldene Spirale — Zeichen und Symbol im Werk von Silvia Föger.

Sprache als stilles Material

Silvia schreibt Gedichte, die nicht erklären — sie zeigen. Worte, die sich an Klang anlehnen, an Atem, an das lange Schweigen zwischen zwei Sätzen. Ihre Verse entstehen langsam, wie Ton auf der Scheibe: im Widerstand gegen das Offensichtliche.

Ihre Texte erscheinen in limitierten Letterpress-Editionen, handgesetzt auf Büttenpapier gedruckt. Daneben entstehen Klanggedichte: aufgenommen in der Stille des Ateliers, im Wind, auf alpinen Wegen.

Editionen sind auf Anfrage erhältlich. Lesungen nach Vereinbarung.

Gedichte

Aus dem Wortarchiv

Danke fürs Dasein

Danke fürs Dasein,
fürs Zuhören, fürs Fragen
und Lachen.

Danke fürs Warten
und andere Sachen.

Für Geduld und Verständnis,
Vertrauen und mehr.
Wenn du Lust hast,
dann komm einfach wieder mal her.

An den Ort, wo so Vieles und Schönes geschah.
Danke für DICH und für alles was war.

Silvia Föger

Das Schöne

Das Schöne leuchtet oft erst zu spät!
Aber dafür Herz zereißend.

Silvia Föger

Die Spirale

Spiralen sehe ich überall,
im Wasser und am Finger.

Am Schneckenhaus und auch am Baum,
Spiralen sehe ich auch im Traum.

Und wenn ich sie nicht finden kann,
dann fang ich sie zu malen an.

Silvia Föger

Im Wald da find ich Stille

Im Wald da find ich Stille,
Moos und auch den Baum.
Im Wald da find ich Ruhe,
Lautes und Schrilles wohl kaum.

Im Wald da lerne ich lauschen,
schauen, staunen und mehr.
Vielleicht komm ich bald schon wieder
zu diesem Fleckchen Erde her.

Ich möchte noch so Vieles entdecken,
erforschen, finden und greifen.
Im Wald gibt's so viel zu erleben,
zu freuen, zu bewundern und reifen.

Silvia Föger

So wertvoll wie eine Rose

So wertvoll wie eine Rose,
sind Kinder unserer Zeit.
So zerbrechlich wie Rosenblätter,
so liebevoll und bereit.

Bereit zum Wachsen und Reifen,
zum Gehen und zum Schauen,
wo auf der Erde Plätze,
um Rosenschlösser zu bauen.

Wir wollen die Kinder führen,
ganz sachte und so fein.
Denn Kinder unserer Erde
wollen selbständige Rosen sein.

Silvia Föger

Halten

Und halte alles im Arm was dir lieb ist.
Umarme die Welt,
lass alles los was dich bedrückt.

Und du wirst sehen,
deine Füße tragen dich über Wolken.

Silvia Föger

Und wenn ab und zu meine Seele weint

Und wenn ab und zu meine Seele weint,
und wenn ab und zu meine Augen trocknen,
Und wenn ab und zu mein Herz Berührung wünscht,
so bin ich nah, ganz nah daran
ein Kind zu sein.

Ein Kind das Lacht und weint,
und sich nach Liebe sehnt.
Heute, morgen,
gestern
und immer.

Silvia Föger

Wünsche

Wünsche
Sind oft wie Seifenblasen,
bunt, groß und sie fliegen davon!

Wünsche sind oft wie Sonnenstrahlen,
hell, warm und sie schwinden in der Nacht!

Wünsche sind oft zum Greifen nah,
und nicht jeder hat das Glück sie zu halten.

Dir wünsche ich Kraft genug um viele Wünsche
zu greifen,
zu halten
und
zu leben!

Silvia Föger

„Zwischen den Wörtern
wächst das Eigentliche.
Man muss nur still genug sein,
um es zu hören."
Silvia Föger — aus Feldnotizen